Nach Jahren hat eine öffentlich-rechtliche Redaktion die Drehbücher eines Vierteilers aus der Schublade geholt und bereitet sie für die Produktion vor.
"Verlierer" ist ein TV-Quart-Movie über den Fußballwettskandal um Robert Hoyzer. Vier Filme erzählen von den gleichen Ereignissen, aber aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven.
GELD REGIERT DIE WELT heißt der erste Film. Erzählt wird die Geschichte dreier Brüder, von denen einer seine Kindheit im heutigen Bosnien Herzegowina verbracht hat, die anderen zumeist mit dem Vater in Deutschland gelebt haben. Fußball war ihr Leben. Erst selbst spielen, dann damit Geld verdienen. Denn sie kennen sich aus und wetten immer öfter mit beachtlichem Erfolg. Auf ihre Kenntnisse allein wollen sie sich aber nicht verlassen. Deshalb haben sie nachgeholfen und Teile ihrer Gewinne als Schmiergelder eingesetzt – immer öfter – immer mehr – international. Und dann sind plötzlich Millionen auf ihrem Konto.
DER TIEFE FALL ist die Geschichte eines einfachen Jungen aus Berlin, der wie viele seiner Altersgenossen fußballbegeistert ist. Zum Fußballstar reicht es nicht, aber er hat einen guten Blick, Spiele zu leiten. Er wird protegiert, erfolgreich und gut. Er ist nicht eine typische Schiedsrichterpersönlichkeit. Eine große Karriere könnte vor ihm liegen, aber das reicht nicht: Macht auf dem Platz, Anerkennung und noch mehr Geld fehlen. Das wird ihm bewusst, als er zur richtigen Zeit die richtigen Freunde trifft.
EXPLOSIV ODER DRITTE FRONT heißt der dritte Film. Wenn Spielverläufe Fragen aufwerfen, Spielergebnisse zu Spekulationen Anlass geben, reißen sich Journalisten um aktuelle und brisante Informationen und scheuen sich nicht vor falschen Versprechen, Manipulationen und sogar nicht vor dem Verstecken eines Täters. Nur die Angst vor der Mafia scheint Grenzen zu setzen.
AUSSER KONTROLLE soll der vierte Film heißen. Eigentlich sollte der DFB die Fäden in der Hand halten. Er verfügt über einen Kontrollausschuss. Doch dieser mitgliederstarke Verband scheint überfordert. Ein neuer Schiedsrichtertyp gut tut. Der muss protegiert werden. Und wie reagiert man intern, wie nach außen. Ehrliche Menschen und Karriereziele begegnen sich. Dieser Film blickt hinter die Kulissen und zeigt Hilflosigkeit und Grenzen.
Im Auftrag der Sender entstehen derzeit Spiel 5 "Trümmer und Tod" (Arbeitstitel) und Spiel 5 "Hinter den Kulissen" (Arbeitstitel) Der Protagonist Chris Stöbe bleibt weiterhin der Erzähler. Andere Figuren sind inzwischen unwichtig geworden, weitere kommen hinzu.
Anmerkungen vom Autor und der Produktionsleitung
Recherchen und Arbeit seit Ende 2005 setzten InSight Film in die Lage, im Oktober 2009 Drehbücher und Konzeptionen vorzulegen. Mitten in den Vorbereitungen für einen Trailer zu dieser Produktion platzten die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft Bochum mit einem Skandal, der den Skandal aus 2005 in seinen Ausmaßen beiweitem übertrifft. Den meisten Sendern / Produktionsfirmen war der Stoff entweder zu "frisch" oder zu heikel; und man wollte davon Abstand nehmen. Seit 2022 wurde der Stoff mehrfach angefragt. Und nun starten die Produktionsvorbereitungen
| # | Role | Detail | View PDF |
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| 1 | Ralf Granzow * 1979 - Spielalter 16 - 19 Jahre | ein Berliner Straßenjunge ohne besondere Merkmale. Er ist Durchschnitt, wächst in bescheidenen Verhältnissen auf, will schon immer was Besseres sein. Er liebt Sport, ist mittelmäßig. Sein Vater war als Sportler kein Vorbild, aber Ralf geht auch in den Sportverein, trainiert Fußball – ist voll dabei, aber keine große Leuchte. Die erwünschte Karriere findet nicht statt. Bis er sich – eher zufällig – als Schiedsrichter verdingt. Da ist er gut, erfährt aber nicht nur Anerkennung. In seiner Schule wird er nur noch „Pfeife“ genannt. Sein gesamtes Auftreten ist in der Regel schüchtern, zurückhaltend. Nur auf dem Platz, wenn er pfeift, strahlt er eine Souveränität aus. Ralf Granzow spielt immer eine Rolle. Der Darsteller muß dennoch den wahren Ralf kennen und dann und wann auch zeigen. Ralf spielt (fast) immer eine Rolle. Er ist eitel, achtet auf sein Äußeres, sieht auch gut aus. Seine Probleme mit Thom liegen u.a. darin begründet, daß auch Thom sehr gut aussieht. Die Castingszene kann beliebig zusammengefaßt werden. Angeschnittene Spielpartner oder Ansprache aus dem Off sind möglich | View |
| 2 | Chris Stöbe, *1981 | Stürmer beim Hamburger SV führt als Der Erzähler durch die Spiele, ist unparteiischer als die Unparteiischen, recherchiert, sortiert, berichtet und regt an. Er ist sehr fußballbegeistert und tritt an zur Ehrenrettung des Sports. | View |
| 3 | Branko Kalaniç, *1975 | in einem Dorf im Kosovo bei der Großmutter groß geworden. Schon als Kind wettet er – um Spiele im Schulsport, um Siege bei Streitigkeiten usw. Es gefällt ihm, die Wetten zu gewinnen. Bald lernt er, zu manipulieren, seinen Wettsieg zu sichern. Dafür wird er mit 17 Jahren verurteilt. Die Strafe soll treffen: Vier Jahre Haft. Bevor es aber zum Strafantritt kommt, ist Branko in Deutschland. Seine Brüder leben mit dem Vater schon seit Jahren dort. Er paßt in den Männerhaushalt. Ihm ist die familiäre Bindung durchaus wichtig. Er liebt seine Großmutter, wäre gerne dortgeblieben, aber die Strafe, die er dort antreten müßte, läßt ihm keine andere Wahl als die Flucht anzutreten. Die offizielle Begründung ist die Bindung zum Vater. Der wiederum will die Erziehung nun richtig in die Hand nehmen und Branko zu einem ordentlichen Menschen machen. | View |
| 4 | Tomislav (Thom) Kalaniç, *1984 | Cousin von Branko. Ein sportlicher junger Mann, der in München Elektriker lernt und Schiedsrichter ist. Er ist in Deutschland geboren. Thom ist kein Star in der Branche wie Ralf, aber in München anerkannt und beliebt. Seine Cousins holen ihn von München nach Berlin, schleusen ihn in die Schiedsrichtergruppe bei Hertha ein. Da er – ähnlich wie Ralf recht gut aussieht, erlebt ihn Ralf als Konkurrent und mobbt ihn, wann immer das möglich ist. Seine Cousins erhoffen sich auswertbare Kontakte zu Schieds- und Linienrichtern. Da er sich in Berlin vielen Zwängen und der Konkurrenz Ralf ausgeliefert sieht, faßt er nicht wirklich tritt und kann es weder seinen Cousins recht machen, noch sich in der Schiedsrichtergruppe restlos integrieren. Er kann sich nicht positionieren, kann nicht nein sagen und ist mit den Folgen seines Tuns allein. Thom sieht seine Cousins nicht unbedingt als Vorbild, möchte ihnen aber gefallen. | View |
| 5 | Ulla Granzow, *1958 | Mutter von Ralf, Krankenschwester und recht abgeklärt. Sie weiß zu schweigen, wenn sie ihrem betrunkenen Mann keine Nahrung für Ausbrüche gibt; und sie weiß sich durchzusetzen, ihren Stolz zu bewahren. Stolz ist sie auch auf ihren einzigen Sohn Ralf. Er soll es besser haben. Sie kennt ihren Sohn gut, kann Reaktionen voraussehen und oft Schlimmeres verhüten. Sie scheitert mit ihren immer wieder wiederholten Bemühungen, den Leistungsdruck ihres Mannes gegenüber Ralf abzufangen. Ihr Gefühl braucht nicht viel Zeit, gute und schlechte Einflüsse auf ihren Sohn zu erkennen. Meist liegt sie richtig. Das bereitet ihr späterhin große Sorgen. Sie ist keine glückliche Frau. Die Liebe zu ihrem Mann ist schon längst weg. Aber die Fassade stimmt noch. Daß sie neben und nicht mit ihrem Mann lebt, kann sie akzeptieren. Sie würde jetzt gerne anfangen zu leben. Ralf ist ja alt genug. Aber nicht ohne Grund ist sie davon überzeugt, daß sie auf Ralf aufpassen muß. Deshalb verzichtet sie auf gehoffte Lebensqualität, kann auch nicht abschalten. Sie fühlt sich in ihrer Haltung durch Stefanie unterstützt. | View |
| 6 | Stefanie Hilgen * 1978 | Stewardeß bei der Lufthansa, Freundin von Ralf. Sie haben sich auf einem Flug kennengelernt. Sie wirkt irgendwie wie ein Püppchen, ist reizend und anmutig. Stewardeß war ihr Traumberuf. Sie hat ihn sich erarbeitet, auch die Chance. Dabei wurde sie von ihren Eltern unterstützt, zu der sie eine enge Bindung hat. Stefanie bedient viele Klischees. Das ist oberflächlich. Sie reflektiert und erkennt Zusammenhänge, aber nur soweit es um Belange der alltäglichen Aufgaben und Probleme geht. Die Ereignisse um ihren Freund überfordern sie, vor allem als immer mehr Öffentlichkeit und auch Fremde das Leben bestimmen. Sie begehrt Ralf, will ihn nicht teilen. Aber zur Eifersuchtsausbrüchen kommt es nicht. Sie weiß, sie hat Ralf mit fortschreitendem Skandal verloren. Sie begreift die Zusammenhänge nicht, realisiert kaum den Kern des Skandals. Das ist keine intellektuelle Frage, sondern eine Frage der Verdrängung. Sie lässt da die Ereignisse nicht an sich ran, will sich da schützen. Trotzdem lässt sie lange nicht richtig los | View |
| 7 | Tomislav (Thom) Kalaniç * | Cousin von Branko. Ein sportlicher junger Mann, der in München Elektriker lernt und Schiedsrichter ist. Er ist in Deutschland geboren. Thom ist kein Star in der Branche wie Ralf, aber in München anerkannt und beliebt. Seine Cousins holen ihn von München nach Berlin, schleusen ihn in die Schiedsrichtergruppe bei Hertha ein. Da er – ähnlich wie Ralf recht gut aussieht, erlebt ihn Ralf als Konkurrent und mobbt ihn, wann immer das möglich ist. Seine Cousins erhoffen sich auswertbare Kontakte zu Schieds- und Linienrichtern. Da er sich in Berlin vielen Zwängen und der Konkurrenz Ralf ausgeliefert sieht, faßt er nicht wirklich tritt und kann es weder seinen Cousins recht machen, noch sich in der Schiedsrichtergruppe restlos integrieren. Er kann sich nicht positionieren, kann nicht nein sagen und ist mit den Folgen seines Tuns alleine. Thom sieht seine Cousins nicht unbedingt als Vorbild, möchte ihnen aber gefallen. | View |